Liebe Wasbekerinnen, liebe Ehndorferinnen, liebe Ehndorfer, liebe Wasbeker,
die Gemeindevertretung hatte am 21.04.2009 beschlossen, in Wasbek keine Eignungsgebiete für Windenergie auszuweisen. Die Gemeinde Ehndorf hatte sich bereits im Vorfelde gegen die Ausweisung von Windeignungsflächen ausgesprochen.
Wir, das sind 15 Landeigentümer sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und Unterstützer/innen– in den Gemeinden Ehndorf und Wasbek verstreut – haben sich daraufhin ihre eigenen Gedanken gemacht und sich zur Arbeitsgemeinschaft Bürgerwindpark Wasbek (AG BWW) zusammen geschlossen. Schon nach zwei Zusammenkünften wurde klar, dass wir nur gemeinsam mit den Bürgern und der Gemeinde etwas erreichen können. Die Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft ist es vorrangig, alle Bürger darüber zu informieren, dass und wie ein gemeinschaftlicher Windpark in der Gemeinde geplant werden soll. Möglichst früh wollen wir Interessenkonflikten begegnen. So viele Bürger wie möglich sollen in dieses Projekt eingebunden werden – egal ob finanziell oder ideell. Es soll ein richtiger „Bürger-Windpark“ (BWP) werden. Bei Bürgerwindparks, wie sie uns von diversen Unternehmen angeboten wurden, bekommen die Bürger auch die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Es wird mit steuerlichen Begünstigungen geworben. Die Verzinsung des Kapitals liegt sehr bescheiden bei max. 8%, weil die eigentlichen Initiatoren bereits im Vorwege anständig „abkassiert“ haben. So werden Windparks mit Kapital aus ganz Deutschland, eventuell sogar mit internationalen Investoren gebaut. Die Investoren aus der Region sind dann schnell in der Minderheit und haben in der Gesellschaft wenig zu „melden“. Und genau das wollen wir so nicht!
Der erste wichtige Unterschied zu Investorenkonzepten ist die konsequente und ausschließliche Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, die in der Umgebung des geplanten Windparks leben. Hiermit wird denjenigen Menschen, die die Windkraftanlagen in Ihrer Umgebung haben, ein Mitspracherecht ermöglicht und die Chance geboten vom Windpark (finanziell) zu profitieren. Letztendlich sind es sogar die Bürger selbst, die diesen Windpark planen, errichten und betreiben werden.
Im Unterschied dazu sind an herkömmlichen Windparks vor allem Menschen beteiligt, für die der Windpark eine reine Geldanlage darstellt, Umsetzungsdetails und regionale Aspekte sind für sie oftmals weniger bis überhaupt nicht relevant, Gewinnmaximierung und Eigenkapitalrendite dafür umso mehr.
Als zweites Prinzip des BWPs kann man die Tatsache bezeichnen, dass die Geschäftsführung in den Händen der Gesellschafter liegen soll und nicht in der Hand externer Getreibergesellschaften. Die Struktur unseres BWPs ist in der Entstehungsphase Vereinsstrukturen weitaus ähnlicher als denen einer professionellen Betreibergesellschaft. So soll es regelmäßige Planungstreffen, an denen alle Beteiligten teilnehmen können und gemeinsam die weiteren Schritte beschließen. Vorgesehen sind der Besuch von Unternehmen, die Windkraftanlagen bauen, um den für den eigenen Windpark passenden Hersteller zu identifizieren und der Besuch von ähnlich gelagerten Windparks.
Welche Auswirkungen hat nun der Betrieb der WEA auf unsere Gemeinde? Wir sind davon überzeugt, dass das Bürgerwindpark-Projekt sehr wirtschaftlich laufen wird, sodass an die Gesellschafter, zu denen auch die Gemeinden Wasbek und Ehndorf gehören können, Dividenden in beachtlicher Höhe ausgezahlt werden können. Das bedeutet zusätzliche Kaufkraft und bewirkt wieder Umsatz für Handel und Gewerbe in der Umgebung, was wiederum Wertschöpfung für den ländlichen Raum bedeutet! Ganz klar ist jedoch, dass der geplante Bürgerwindpark für die Gemeinde und die Anleger immer deutlich wirtschaftlicher laufen wird, als bei einer externen Betreibergesellschaft, weil hier sehr moderate Pachten vereinbart wurden und zudem nicht „von außen“ abkassiert wird. Das Gewerbesteueraufkommen für die Gemeinde wird demnach sehr wahrscheinlich beträchtlich sein; ähnliche Projekte belegen hier die enormen Chancen für die beteiligten Gemeinden.
Unser Appell an unsere Politiker ist der, sich stark zu machen für Bedingungen, die den Ausbau der Windenergie auch in Wasbek und Ehndorf zulassen. Die künftigen Generationen werden es ihnen danken.
Ausgehend davon, dass sich die langfristig sinnvollen Rahmenbedingungen zumindest nicht verschlechtern werden, müssen wir diese Situation als Chance nutzen, die Diskussion bestimmen und entsprechend handeln. Große Konzerne wie RWE, E.ON, Shell oder andere schlafen nicht. Sie bauen Solarfabriken und/oder Biogasanlagen und betreiben Windparks und machen genau das, was wir in Wasbek auch vorhaben. Nur anders: sie besorgen sich Flächen, übernehmen Planung und Arbeit – und machen schließlich das große Geschäft. Hier hilft kein Gemeckere und auch keine Resignation gegenüber den „Großen“, hier hilft es nur, ein eigenes Konzept auf die Beine zu stellen – und genau da sind wir gerade bei!
Vielerorts wird die wirtschaftlich schwache Situation beklagt. Aber wenn sich dann die Möglichkeit bietet, etwas zu verändern, dann fehlt es an Initiative und der Rückzug wird angetreten. Scheinbar soll doch lieber „alles beim Alten bleiben“.
Durch Anpacken und nicht durch Klagen ändern wir die Dinge!
Gerade durch das von uns bevorzugte Bürgerwindparkmodell können wir selbst das Zepter in die Hand nehmen und den „Großen“ zeigen, dass wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen!
Die Gemeinden bei uns brauchen couragierte Kommunalvertreter, die den Mut zu richtungweisenden Entscheidungen haben.
Erkenntnisse für das Dorf, insbesondere von Kommunalpolitikern, Handwerkern und Landwirten, aber auch von Anwohnern, Bürgern und Arbeitnehmern müssen sein:
- Ja zu regenerativen Energien!
- Ja zu Eigeninitiative und eigener Arbeit!
- Ja zu eigenem Risiko und eigener Wertschöpfung!
- Ja zu damit verbundenen Veränderungen!
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